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[Idee] Verknüpfung von Diamond-OA-Publikationen mit Forschungssoftware #7

@Daniel-Mietchen

Description

@Daniel-Mietchen

1. Welches Problem wird adressiert und welche Bedarfe ergeben sich daraus?

Diamond-OA-Publikationen enthalten häufig Hinweise auf Forschungssoftware (Analyse-Skripte, Tools, Modelle), jedoch wird diese Software meist nicht sichtbar, nicht standardisiert beschrieben und nicht systematisch mit der Publikation verknüpft.

Dadurch entstehen Herausforderungen in Reproduzierbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Auffindbarkeit. Software ist ein zentraler Bestandteil moderner Forschung, wird aber im Publikationsprozess oft vernachlässigt.

Betroffene Zielgruppen:

  • Forschende, die Software entwickeln oder nutzen
  • Herausgebende und Redaktionen, die nachhaltige Publikationsprozesse gestalten
  • Bibliotheken und wissenschaftliche Infrastrukturen
  • LeserInnen, die Ergebnisse überprüfen oder wiederverwenden möchten

Es ergibt sich ein Bedarf nach einer klaren, standardisierten und nachhaltigen Methode, um Publikationen und zugehörige Software miteinander zu verbinden – idealerweise auf Basis etablierter, offener Metadatenstandards.


2. Point of View

Verschiedene Perspektiven verdeutlichen, dass Software-Metadaten bislang unzureichend berücksichtigt werden:

  • Bibliotheken benötigen verlässliche Standards zur Erfassung und langfristigen Bereitstellung digitaler Forschungsartefakte.
  • Forschende wünschen sich einfache Wege, Software referenzieren zu können, ohne komplexe Zusatzaufwände.
  • Herausgebende benötigen praktikable Einreichungs- und Redaktionsprozesse.
  • Infrastrukturen brauchen Schnittstellen, die maschinenlesbare Softwareinformationen effizient integrierbar machen.

Rahmenbedingungen:

  • Zeitlich ist ein modularer Pilot gut umsetzbar.
  • Finanzielle Hürden bleiben gering, da auf vorhandene offene Standards (z. B. CodeMeta) aufgebaut wird.
  • Rechtliche Herausforderungen können bei proprietärer oder eingeschränkt lizenzierter Software auftreten.

Potenzielle Schwierigkeiten:

  • Heterogene Qualität vorhandener Softwareangaben
  • Unterschiedliche Disziplintraditionen im Umgang mit Software
  • Bedarf nach langfristiger Governance und Kurationsprozessen

3. Ideen und Lösungsansätze

Grundidee:
SeDOA erweitert sein geplantes DOA-Register um Funktionen zur strukturierten Aufnahme und Verknüpfung von Forschungssoftware. Als Grundlage dient der offene Metadatenstandard CodeMeta, der maschinenlesbare Softwarebeschreibungen ermöglicht.

Konkrete Schritte:

  1. Datenmodellerweiterung im DOA-Register (z. B. Felder für Software-Titel, Version, Lizenz, Repository-URL, Identifier).
  2. Orientierung am CodeMeta-Standard, um Software-Metadaten interoperabel bereitzustellen.
  3. Einführung eines optionalen Software-Felds im Publikations-Submissionprozess von Diamond-OA-Journals.
  4. Pilotphase mit ausgewählten Publikationen, um Software zu erfassen und konsistent zu verknüpfen.
  5. Erstellung eines Best-Practice-Dokuments zu Software-Zitation, Metadatenstandardisierung und Linking.
  6. Aufbau eines Graph-basierten Übersichts-Tools, das Publikationen und Softwarebezüge visualisiert.

Technologien und Methoden:

  • Offene Standards wie CodeMeta und Schema.org
  • Semantische Modellierung und maschinenlesbare Formate (JSON-LD)
  • Automatisiertes oder kuratiertes Matching zwischen Publikationen und Software

4. Einschätzung des Innovationspotenzials

  • Die Idee verbindet erstmals systematisch Diamond-OA-Publikationen und Forschungssoftware in einer offenen, nationalen Infrastruktur.
  • Der Einsatz von CodeMeta erlaubt ein hohes Maß an Interoperabilität mit internationalen Open-Science-Ökosystemen.
  • Das Konzept ist skalierbar: von Pilotprojekten bis hin zu einem umfassenden nationalen oder europäischen Standard.
  • Es fördert deutlich die Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse und schafft Mehrwert für alle Stakeholder.
  • Das Projekt hat Potenzial als Showcase für innovative, offene Publikationspraktiken im Rahmen des Innovation Labs (SIL).

5. Verbindung zu Diamond Open Access

  • Die Idee stärkt Diamond OA, indem sie Publikationen transparenter, auffindbarer und wiederverwendbarer macht.
  • Sie nutzt offene Infrastrukturen und offene Standards im Sinne des Diamond-OA-Gedankens.
  • Sie unterstützt Community-Governance, da Software-Metadaten nicht von kommerziellen Plattformen abhängig werden.
  • Sie ermöglicht Herausgebenden, ihre Journals mit einem innovativen Feature auszustatten, das klaren Mehrwert bietet und die Position von Diamond OA gegenüber proprietären Lösungen stärkt.

6. Sonstige Informationen

Metadata

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    Enhanced PublishingZ.B. generisches oder multimodales Publizieren, living handbooks usw.Fachspezifische BedarfeUsancen der unsterschiedl. Disziplinen und ihre Auswirkungen auf das PublikationswesenInteroperabilität / IntegrationTools u. dgl. zur Integration versch. Formate bzw. für barrierearmes Publizieren: Plugins, SSP usw.Neue PublikationsformateNeue Formate jenseits 'klassischer' Paper bzw. Journals usw.; z.B. Blogs, Overlay-Journals usw.

    Type

    No type

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    No projects

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    No milestone

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